Die winterliche Kälte hat einen angenehmen Nebeneffekt: Der Kalorienverbrauch des Körpers erhöht sich bei niedrigen Temperaturen.
Die normale Körpertemperatur des Menschen liegt bei 37 Grad. Um diese bei Kälte zu erhalten, zittert man. So bringt man die Muskulatur in Bewegung und erzeugt Wärmeenergie. Eine zweite Schutzfunktion aktiviert der Stoffwechsel, indem er den Energie-Grundumsatz erhöht, durch den unter anderem die Körpertemperatur stabil gehalten wird. Bei einer Umgebungstemperatur von minus zehn Grad steigt der Kaloriengrundumsatz um rund 5 Prozent, was bei einer 70 Kilo schweren Frau fast 90 Kalorien ausmacht. So viel zur Theorie, denn in der Praxis halten wir uns überwiegend in gut geheizten Räumen auf.
Doch haben schwedische Forscher entdeckt, dass durch die Kälte auch der Fettstoffwechsel verändert wird. Die Fettreserven lagern eigentlich recht unbeweglich im Körper. Da sie nicht durchblutet werden, produzieren sie selbst keine Wärme. In der schwedischen Studie fand man an Mäusen heraus, dass sich bei Kälte im Fettgewebe Blutgefäße bilden, wodurch die Reserven schneller angezapft werden können. Die Ergebnisse sollen auf den Menschen übertragbar sein. Nächstes Ziel ist herauszufinden, wie man die Durchblutung der Fettpölsterchen bei Normaltemperaturen fördern kann, um so den Fettabbau anzukurbeln.
Ohne diese Ergebnisse abzuwarten, empfiehlt sich besonders Nichtsportlern ein täglicher langer Spaziergang in der Kälte, womit der Stoffwechsel angeregt wird und gleichzeitig die Immunabwehr gestärkt. Die eine oder andere Fettzelle wird dabei automatisch entsorgt.
Allerdings sollte man darauf gefasst sein, dass mehr Hunger aufkommt, als an warmen Tagen. Auch das liegt daran, dass der Körper bei Bewegung und niedrigen Temperaturen mehr Energie verbraucht. Der dadurch sinkende Blutzuckerspiegel kann zu Hunger und sogar Heißhunger führen. Sinnvoll ist es, schon vor der Aktivität den Energiespeicher mit gesunden, fettarmen Nahrungsmitteln zu füllen.

